Der Kreis Preußisch Stargard (Reg.-Bezirk Danzig)

Der Kreis Star­gard bil­de­te einen der sie­ben Krei­se, in die das unte­re Weich­sel­land nach der Über­nah­me durch Preu­ßen geglie­dert wor­den waren (Tableau der Kar­te von Preu­ßen). Er umfass­te – wie der ent­spre­chen­de Aus­schnitt aus Max Töp­pens Geschichts­kar­te von 1858 zeigt – zunächst auch Gebie­te, die nach dem Wie­ner Kon­gress den Krei­sen Kart­haus, Berent und Mari­en­wer­der zuge­ord­net wur­den. Durch die preu­ßi­sche Provinzialbehörden-​​Verordnung vom 30. April 1815 und ihre Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen kam das Gebiet zum Regie­rungs­be­zirk Dan­zig. Im Rah­men einer umfas­sen­den Kreis­re­form wur­de zum 1. April 1818 ein neu­er, klei­ne­rer Kreis Star­gard gebil­det. Er umfass­te nun­mehr die Städ­te Dir­schau und Star­gard, die Domä­nen­äm­ter Star­gard und Sub­kau sowie die Inten­dan­tur­äm­ter Pel­plin und Bord­zi­chow. Das Land­rats­amt war in Star­gard (Wikipedia-​​Eintrag „Sta­ro­gard Gdań­ski“). – Ab Mit­te des 19. Jahr­hun­derts erhiel­ten die Stadt und der Kreis den Namen „Preu­ßisch Stargard“.

Der Kreis grenz­te im Wes­ten an den Kreis Konitz und (ab 1875) den Kreis Tuchel, im Nor­den an den Kreis Berent und (bis 1887) den Land­kreis Dan­zig, im Osten an den Kreis Mari­en­burg bzw. (ab 1887) den Kreis Dir­schau und im Süden an die Krei­se Mari­en­wer­der und Schwetz.

Karte des Stargardter Kreises (2. Viertel des 19. Jahrhunderts)
Kar­te des Star­gard­ter Krei­ses (2. Vier­tel des 19. Jahrhunderts)

Zum 1. April 1882 wur­den die Land­ge­mein­den Gott­help (Gott­helf) und Pust­ki aus dem Kreis Preu­ßisch Star­gard in den Kreis Konitz umgegliedert.

Das kon­ti­nu­ier­li­che Anwach­sen der Bevöl­ke­rung im 19. Jahr­hun­dert erfor­der­te eine Kreis­re­form in West­preu­ßen. So ent­stand am 1. Okto­ber 1887 der neue Kreis Dir­schau, an den der Kreis Preu­ßisch Star­gard den nörd­li­chen Teil sei­nes Kreis­ge­bie­tes mit der Stadt Dir­schau und ihrem Umland abgab.

Eine dif­fe­ren­zier­te Über­sicht über die Städ­te, Land­ge­mein­den und Guts­be­zir­ke des Krei­ses bie­tet der Aus­zug aus dem „Gemein­de­le­xi­kon für die Pro­vinz West­preu­ßen. Auf Grund der Mate­ria­li­en der Volks­zäh­lung vom 2. Dezem­ber 1895 und ande­rer amt­li­cher Quel­len“, Ber­lin 1898, S. 46–55: Der Kreis Pr. Stargard

Am 26. März 1897 wur­de ein Gebiets­teil der Domä­ne Pol­nisch Brod­den vom Kreis Mari­en­wer­der mit dem Fort­guts­be­zirk Brod­den im Kreis Preu­ßisch Star­gard vereinigt.

Am 28. Novem­ber 1898 wur­de ein Gebiets­teil des Guts­be­zirks Mlinsk im Kreis Preu­ßisch Star­gard in den Gemein­de­be­zirk Groß­schlie­witz im Kreis Tuchel eingegliedert.

Am 15. Juli 1909 wur­de ein Gebiets­tausch zwi­schen den Gemein­den Gon­sior­ken im Kreis Preu­ßisch Star­gard mit dem Guts­be­zirk Wirem­bi im Kr. Mari­en­wer­der vollzogen.

 Karte des Kreises Pr. Stargard, 21913

Auf­grund der Bestim­mun­gen des Ver­sailler Ver­trags muss­te der Kreis Preu­ßisch Star­gard am 10. Janu­ar 1920 an Polen abge­tre­ten wer­den. Der Kreis bestand als „Powi­at Sta­ro­gardzki“ wei­ter.


Nach dem Beginn des Zwei­ten Welt­krie­ges und der Beset­zung Polens wur­de der Land­kreis Sta­ro­gard unter sei­nem frü­he­ren deut­schen Namen dem „Regie­rungs­be­zirks Dan­zig“ ein­ge­glie­dert, der sei­ner­seits dem am 26. Okto­ber 1939 ein­ge­rich­te­ten „Reichs­gau Dan­zig“ ange­hör­te. Der „Reichs­gau“ erhielt kurz danach, am 2. Novem­ber, sei­nen end­gül­ti­gen Namen: „Reichs­gau Danzig-​​Westpreußen“ (Ein­trag zum „Reichs­gau“ im OME-​​Lexikon). Auch der Kreis Preu­ßisch Star­gard wur­de zum 26. Novem­ber 1939 als Reichs­ge­biet dekla­riert, und die Städ­te Preu­ßisch Star­gard und Skurz (Skórcz) wur­den der im Alt­reich gül­ti­gen Deut­schen Gemein­de­ord­nung vom 30. Janu­ar 1935 unter­stellt, die die Durch­set­zung des Füh­rer­prin­zips auf Gemein­de­ebe­ne vor­sah. Die übri­gen Gemein­den waren in Amts­be­zir­ken zusam­men­ge­fasst. Guts­be­zir­ke gab es nicht mehr. 

Gegen Ende des Zwei­ten Welt­kriegs wur­de der Kreis Preu­ßisch Star­gard im Früh­jahr 1945 von der Roten Armee besetzt und wie­der Teil Polens. Soweit die deut­schen Ein­woh­ner nicht geflo­hen waren, wur­den sie in der Fol­ge­zeit aller­meist aus dem Kreis­ge­biet vertrieben. 

Die ver­wal­tungs­ge­schicht­li­chen Ver­än­de­run­gen, die den Kreis Preu­ßisch Star­gard in den ver­schie­de­nen his­to­ri­schen Ent­wick­lungs­pha­sen seit 1818 betrof­fen haben, kön­nen im Gesamt­zu­sam­men­hang mit der unte­ren Weichsel-​​Region nach­voll­zo­gen wer­den auf der von Walt­her Hub­atsch ent­wor­fe­nen Kar­te „Ver­wal­tungs­ein­tei­lung von Ost- und West­preu­ßen. 1815–1945“ aus dem Jah­re 1975.

Verwaltungseinteilung von Ost- und Westpreußen. 1815–1945
Wie­der­ga­be mit freund­li­cher Geneh­mi­gung des Herder-​​Instituts Marburg

Keis Putzig (Reg.-Bezirk Danzig)

Durch das kon­ti­nu­ier­li­che Anwach­sen der Bevöl­ke­rung im 19. Jahr­hun­dert erschien es ange­ra­ten, ein­zel­ne Krei­se der Pro­vinz West­preu­ßen in zwei eigen­stän­di­ge Krei­se auf­zu­tei­len. Aus die­sem Grun­de wur­de aus dem nörd­li­chen Tei­le des Krei­ses Neu­stadt am 1. April 1887 der neu­en eigen­stän­di­gen Kreis Put­zig gebil­det. Das Land­rats­amt war in der Stadt Put­zig (Wiki­pe­dia Ein­trag „Puck“).

Der Kreis, der die Halb­in­sel Hela umfass­te, grenz­te im Nord­wes­ten an Pom­mern und wur­de ansons­ten im Wes­ten und Süden vom Kreis Neu­stadt umschlos­sen. Im Nor­den grenz­te er an die Ost­see und im Osten – bzw. mit der Süd­küs­te von Hela – an die Put­zi­ger Wiek.

Am 10. Sep­tem­ber 1889 wur­de ein Gebiets­teil des Guts­be­zirks Pelzau im Kreis Neu­stadt mit dem Fort­guts­be­zirk Neu­stadt im Kreis Put­zig vereinigt.

Eine dif­fe­ren­zier­te Über­sicht über die Städ­te, Land­ge­mein­den und Guts­be­zir­ke des Krei­ses bie­tet der Aus­zug aus dem „Gemein­de­le­xi­kon für die Pro­vinz West­preu­ßen. Auf Grund der Mate­ria­li­en der Volks­zäh­lung vom 2. Dezem­ber 1895 und ande­rer amt­li­cher Quel­len“, Ber­lin 1898, S. 34–45: Der Kreis Putzig

Am 13. Febru­ar 1897 wur­de ein Gebiets­teil des Guts­be­zirks Wier­schutz­in vom Kreis Lau­ten­burg i. Pomm. (Reg.-Bezirk Kös­lin) abge­trennt und mit dem Gemein­de­be­zirk Lüb­kau im Kreis Put­zig vereinigt.

Am 30. Mai 1900 wur­de ein Gebiets­tausch zwi­schen dem Forst­guts­be­zirk Neu­stadt im Kreis Put­zig und dem Gemein­de­be­zirk Worle im Kreis Neu­stadt vollzogen.

Auf­grund der Bestim­mun­gen des Ver­sailler Ver­trags muss­te der Kreis Put­zig am 10. Janu­ar 1920 vom Deut­schen Reich abge­tre­ten wer­den. Er kam zu Polen, bestand zunächst als „Powi­at Pucki“ fort, wur­de aber zum 31. Dezem­ber 1926 auf­ge­löst: Das Kreis­ge­biet wur­de im neu gebil­de­ten „Powi­at Mor­ski“ wie­der mit dem­je­ni­gen von Wejhe­ro­wo (Neu­stadt) vereinigt.

Die ver­wal­tungs­ge­schicht­li­chen Ver­än­de­run­gen, die den Kreis Put­zig in den Jah­ren von 1887 bis 1927 betrof­fen haben, kön­nen im Gesamt­zu­sam­men­hang mit der unte­ren Weichsel-​​Region nach­voll­zo­gen wer­den auf der von Walt­her Hub­atsch ent­wor­fe­nen Kar­te „Ver­wal­tungs­ein­tei­lung von Ost- und West­preu­ßen. 1815–1945“ aus dem Jah­re 1975.

Verwaltungseinteilung von Ost- und Westpreußen. 1815–1945
Wie­der­ga­be mit freund­li­cher Geneh­mi­gung des Herder-​​Instituts Marburg

Kreis Schwetz (Reg.-Bezirk Marienwerder)

Das Gebiet des Krei­ses Schwetz kam durch die ers­te Tei­lung Polens 1772 zu Preu­ßen und gehör­te bis 1818 zum Kreis Conitz, der damals den gesam­ten süd­li­chen Teil von Pom­me­rel­len umfass­te. Durch die preu­ßi­sche Provinzialbehörden-​​Verordnung vom 30. April 1815 und ihre Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen kam das Gebiet inner­halb der Pro­vinz West­preu­ßen zum neu­en Regie­rungs­be­zirk Mari­en­wer­der. Im Rah­men einer umfas­sen­den Kreis­re­form im Regie­rungs­be­zirk Mari­en­wer­der wur­de zum 1. April 1818 der neue Kreis Schwetz gebil­det. Er umfass­te die Stadt und die Inten­dan­tur Schwetz, die Stadt und den größ­ten Teil des Amtes Neu­en­burg, sechs Ort­schaf­ten der Inten­dan­tur Grau­denz sowie 98 adli­ge Güter. Sitz des Land­rats­am­tes des neu­en Krei­ses wur­de die Stadt Schwetz (Wikipedia-​​Eintrag „Świe­cie“).

Der Kreis Schwetz grenz­te im Wes­ten an den Kreis Konitz bzw. (seit 1875) an den Kreis Tuchel, im Nor­den an den Kreis Pr. Star­gard, im Osten wur­de er von den Krei­sen Mari­en­wer­der und Grau­denz bzw. durch die Weich­sel begrenzt, und im Süden grenz­te er an die Krei­se Kulm und den Kreis Brom­berg (Pro­vinz Posen).

Karte des Schwetzschen Kreises (2. Viertel des 19. Jahrhunderts)
Wie­der­ga­be mit freund­li­cher Geneh­mi­gung der Staats­bi­blio­thek zu Ber­lin – Preu­ßi­scher Kulturbesitz

Eine dif­fe­ren­zier­te Über­sicht über die Städ­te, Land­ge­mein­den und Guts­be­zir­ke des Krei­ses bie­tet der Aus­zug aus dem „Gemein­de­le­xi­kon für die Pro­vinz West­preu­ßen. Auf Grund der Mate­ria­li­en der Volks­zäh­lung vom 2. Dezem­ber 1895 und ande­rer amt­li­cher Quel­len“, Ber­lin 1898, S. 46–55: Der Kreis Schwetz

Karte des Kreises Schwetz, 1914
Wie­der­ga­be mit freund­li­cher Geneh­mi­gung der Staats­bi­blio­thek zu Ber­lin – Preu­ßi­scher Kulturbesitz

Auf­grund der Bestim­mun­gen des Ver­sailler Ver­trags muss­te das Kreis­ge­biet am 10. Janu­ar 1920 zum Zweck der Ein­rich­tung des Pol­ni­schen Kor­ri­dors an Polen abge­tre­ten wer­den. In Polen bestand das Kreis­ge­biet, des­sen west­li­cher Teil an den Kreis Tucho­la (Tuchel) ange­glie­dert wur­de, als „Powi­at Świecki“ fort.


Nach dem Beginn des Zwei­ten Welt­krie­ges und der Beset­zung Polens wur­de der Land­kreis Świe­cie unter sei­nem frü­he­ren deut­schen Namen dem neu ein­ge­rich­te­ten „Regie­rungs­be­zirk Brom­berg“ ein­ge­glie­dert, der sei­ner­seits dem am 26. Okto­ber 1939 ein­ge­rich­te­ten „Reichs­gau Dan­zig“ ange­hör­te. Der „Reichs­gau“ erhielt kurz danach, am 2. Novem­ber, sei­nen end­gül­ti­gen Namen: „Reichs­gau Danzig-​​Westpreußen“ (Ein­trag zum „Reichs­gau“ im OME-​​Lexikon). Auch der Kreis Schwetz wur­de zum 26. Novem­ber 1939 als Reichs­ge­biet dekla­riert; und die Städ­te Neu­en­burg (Weich­sel) und Schwetz (Weich­sel) wur­den der im Alt­reich gül­ti­gen Deut­schen Gemein­de­ord­nung vom 30. Janu­ar 1935 unter­stellt, die die Durch­set­zung des Füh­rer­prin­zips auf Gemein­de­ebe­ne vor­sah. Die übri­gen Gemein­den waren in Amts­be­zir­ken­zu­sam­men­ge­fasst. Guts­be­zir­ke gab es nicht mehr. – Seit dem 25. Juni 1942 trug der Land­kreis schließ­lich den Namen „Schwetz (West­pr.)“

Gegen Ende des Zwei­ten Welt­kriegs wur­de der Kreis Schwetz im Früh­jahr 1945 von der Roten Armee besetzt und wie­der Teil Polens. Soweit die deut­schen Ein­woh­ner nicht geflo­hen waren, wur­den sie in der Fol­ge­zeit aller­meist aus dem Kreis­ge­biet vertrieben. 

Die ver­wal­tungs­ge­schicht­li­chen Ver­än­de­run­gen, die den Kreis Schwetz in den ver­schie­de­nen his­to­ri­schen Ent­wick­lungs­pha­sen ab 1815 betrof­fen haben, kön­nen im Gesamt­zu­sam­men­hang mit der unte­ren Weichsel-​​Region nach­voll­zo­gen wer­den auf der von Walt­her Hub­atsch ent­wor­fe­nen Kar­te „Ver­wal­tungs­ein­tei­lung von Ost- und West­preu­ßen. 1815–1945“ aus dem Jah­re 1975.

Verwaltungseinteilung von Ost- und Westpreußen. 1815–1945
Wie­der­ga­be mit freund­li­cher Geneh­mi­gung des Herder-​​Instituts Marburg