Die einzelnen Kreise der Provinz

Die Infor­ma­tio­nen und Doku­men­te zu den ein­zel­nen Krei­sen sind erreichbar:

über diese Karte

BERENT (Reg.-Bez. Danzig)

BRIESEN (Reg.-Bez. Marienwerder)

DANZIG-​​Stadt (Reg.-Bez. Danzig)

DANZIG-​​Land (Reg.-Bez. Danzig)

  • DANZIGER HÖHE (Reg.-Bez. Danzig)
  • DANZIGER NIEDERUNG (Reg.-Bez. Danzig)

DEUTSCH KRONE (Reg.-Bez. Marienwerder)

DIRSCHAU (Reg.-Bez. Danzig)

ELBING-​​Land und ‑Stadt (Reg.-Bez. Danzig)

FLATOW (Reg.-Bez. Marienwerder)

GRAUDENZ-​​Land und ‑Stadt (Reg.-Bez. Marienwerder)

KARTHAUS (Reg.-Bez. Danzig)

KONITZ (Reg.-Bez. Marienwerder)

KULM (Reg.-Bez. Marienwerder)

LÖBAU (Reg.-Bez. Marienwerder)

MARIENBURG (Reg.-Bez. Danzig)

MARIENWERDER (Reg.-Bez. Marienwerder)

NEUSTADT IN WPR. (Reg.-Bez. Danzig)

PREUSSISCH STARGARD (Reg.-Bez. Danzig)

PUTZIG (Reg.-Bez. Danzig)

ROSENBERG (Reg.-Bez. Marienwerder)

SCHLOCHAU (Reg.-Bez. Marienwerder)

SCHWETZ (Reg.-Bez. Marienwerder)

STRASBURG (Reg.-Bez. Marienwerder)

STUHM (Reg.-Bez. Marienwerder)

THORN-​​Land und ‑Stadt (Reg.-Bez. Marienwerder)

TUCHEL (Reg.-Bez. Marienwerder)


Die ab 1920 ein­ge­rich­te­ten Krei­se wer­den unter der Rubrik „Die Zeit von 1920 bis 1945“ dar­ge­stellt.

Kreis Konitz (Reg.-Bezirk Marienwerder)

Das 1772 an Preu­ßen gekom­me­ne Gebiet des „König­li­chen Preu­ßen“ wur­de zunächst in sie­ben umfang­rei­che­re Krei­se auf­ge­glie­dert (Tableau der Kar­te von Preu­ßen, Aus­schnitt aus dem „Tableau zur Zusam­men­set­zung der Kar­te von Preu­ßen“ aus dem von Schmet­tau­schen Kar­ten­werk (1767–1787) – Wie­der­ga­be mit freund­li­cher Geneh­mi­gung der Staats­bi­blio­thek zu Ber­lin – Preu­ßi­scher Kul­tur­be­sitz). Der dabei gebil­de­te Kreis Conitz (Aus­schnitt aus Max Töp­pens Geschichts­kar­te „Preus­sen von der Ers­ten Thei­lung Polens bis zum Til­si­ter Frie­den“ aus sei­nem „Atlas zur historisch-​​comparativen Geo­gra­phie von Preus­sen“, Gotha 1858) umfass­te bis 1818 den gesam­ten süd­li­chen Teil von Pommerellen.

Durch die preu­ßi­sche Provinzialbehörden-​​Verordnung vom 30. April 1815 und ihre Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen kam das Gebiet zum neu­en Regie­rungs­be­zirk Mari­en­wer­der der Pro­vinz West­preu­ßen. Im Rah­men einer umfas­sen­den Kreis­re­form im Regie­rungs­be­zirk Mari­en­wer­der wur­de zum 1. April 1818 aus dem Gebiet des alten Krei­ses Konitz drei Krei­se gebil­det: der Kreis Schlochau, der Kreis Schwetz und der jetzt deut­lich klei­ne­re Kreis Konitz. Die­ser umfass­te nun die Städ­te Konitz und Tuchel, das Amt Tuchel, einen Teil des Amtes Fried­richs­bruch und 159 adli­ge Güter. Sitz des Land­rats­am­tes war die Stadt Konitz (Wikipedia-​​Eintrag „Cho­j­ni­ce“).

Der Kreis Konitz grenz­te im Wes­ten an den Kreis Schlochau, im Nor­den an den pom­mer­schen Kreis Bütow und den Kreis Berent, im Wes­ten bzw. Süd­wes­ten an die Krei­se Pr. Star­gard und Schwetz sowie im Süden an den Kreis Brom­berg (Pro­vinz Posen) und den Kreis Flatow.

Karte des Konitzschen Kreises (etwa 1825)
Wie­der­ga­be mit freund­li­cher Geneh­mi­gung der Staats­bi­blio­thek zu Ber­lin – Preu­ßi­scher Kulturbesitz

Das kon­ti­nu­ier­li­che Anwach­sen der Bevöl­ke­rung im 19. Jahr­hun­dert erfor­der­te eine Kreis­re­form in West­preu­ßen. So ent­stand 1875 der neue Kreis Tuchel, an den der Kreis Konitz sei­nen süd­öst­li­chen Teil mit der Stadt Tuchel abgab.

Zum 1. April 1882 wur­den die Land­ge­mein­den Gott­help (Gott­helf) und Pus­t­ki aus dem Kreis Preu­ßisch Star­gard in den Kreis Konitz umgegliedert.

Eine dif­fe­ren­zier­te Über­sicht über die Städ­te, Land­ge­mein­den und Guts­be­zir­ke des Krei­ses bie­tet der Aus­zug aus dem „Gemein­de­le­xi­kon für die Pro­vinz West­preu­ßen. Auf Grund der Mate­ria­li­en der Volks­zäh­lung vom 2. Dezem­ber 1895 und ande­rer amt­li­cher Quel­len“, Ber­lin 1898, S. 46–55: Der Kreis Konitz

Karte des Kreises Konitz, 21914
Wie­der­ga­be mit freund­li­cher Geneh­mi­gung der Staats­bi­blio­thek zu Ber­lin – Preu­ßi­scher Kulturbesitz

Auf­grund der Bestim­mun­gen des Ver­sail­ler Ver­trags muss­te der Kreis Konitz am 10. Janu­ar 1920 an Polen abge­tre­ten wer­den. Im Deut­schen Reich ver­blie­ben einer­seits zwei klei­ne Exkla­ven des Krei­ses Konitz mit den Guts­be­zir­ken Klein Jenz­nick und Man­kau sowie Pla­ten­dienst, die am 1. Dezem­ber 1919 in den Kreis Schlochau umge­glie­dert wur­den. Ande­rer­seits erhielt der Kreis die nord­öst­li­chen Gebie­te des Krei­ses Schlochau. In Polen bestand das Kreis­ge­biet als „Powi­at Cho­j­ni­cki“ fort.


Nach dem Beginn des Zwei­ten Welt­krie­ges und der Beset­zung Polens wur­de der Land­kreis Cho­j­ni­ce unter sei­nem frü­he­ren deut­schen Namen dem „Regie­rungs­be­zirks Mari­en­wer­der“ ein­ge­glie­dert, der sei­ner­seits dem am 26. Okto­ber 1939 ein­ge­rich­te­ten „Reichs­gau Dan­zig“ ange­hör­te. Der „Reichs­gau“ erhielt kurz danach, am 2. Novem­ber, sei­nen end­gül­ti­gen Namen: „Reichs­gau Danzig-​​Westpreußen“ (Ein­trag zum „Reichs­gau“ im OME-​​Lexikon). Auch der Kreis Konitz wur­de zum 26. Novem­ber 1939 als Reichs­ge­biet dekla­riert; und die Städ­te Konitz und Czer­sk (auf­grund einer Anord­nung vom 25. Juni 1942 umbe­nannt in Hei­de­ro­de) wur­den der im Alt­reich gül­ti­gen Deut­schen Gemein­de­ord­nung vom 30. Janu­ar 1935 unter­stellt, die die Durch­set­zung des Füh­rer­prin­zips auf Gemein­de­ebe­ne vor­sah. Die übri­gen Gemein­den waren in Amts­be­zir­ken zusam­men­ge­fasst. Guts­be­zir­ke gab es nicht mehr. – Zuletzt wur­de noch am 1. April 1944 den elf Gemein­den in der „Koschnei­de­rei“ (Amts­be­zirk Oster­wick) die Deut­sche Gemein­de­ord­nung verliehen.

Gegen Ende des Zwei­ten Welt­kriegs wur­de der Kreis Konitz im Früh­jahr 1945 von der Roten Armee besetzt und wie­der Teil Polens. Soweit die deut­schen Ein­woh­ner nicht geflo­hen waren, wur­den sie in der Fol­ge­zeit aller­meist aus dem Kreis­ge­biet vertrieben. 

Die ver­wal­tungs­ge­schicht­li­chen Ver­än­de­run­gen, die den Kreis Konitz in den ver­schie­de­nen his­to­ri­schen Ent­wick­lungs­pha­sen ab 1815 betrof­fen haben, kön­nen im Gesamt­zu­sam­men­hang mit der unte­ren Weichsel-​​Region nach­voll­zo­gen wer­den auf der von Walt­her Hubatsch ent­wor­fe­nen Kar­te „Ver­wal­tungs­ein­tei­lung von Ost- und West­preu­ßen. 1815–1945“ aus dem Jah­re 1975.

Verwaltungseinteilung von Ost- und Westpreußen. 1815–1945
Wie­der­ga­be mit freund­li­cher Geneh­mi­gung des Herder-​​Instituts Marburg

Kreis Kulm (Reg.-Bezirk Marienwerder)

Das Gebiet des Krei­ses Kulm fiel durch die ers­te Tei­lung Pol­nens 1772 an Preu­ßen. Der „Culm­sche Creis“ umfass­te dort zunächst den größ­ten Teil des his­to­ri­schen Kulmer­lands.

Durch die preu­ßi­sche Provinzialbehörden-​​Verordnung vom 30. April 1815 und ihre Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen kam das Gebiet zum neu­en Regie­rungs­be­zirk Mari­en­wer­der der neu­en Pro­vinz West­preu­ßen. Im Rah­men einer umfas­sen­den Kreis­re­form im Regie­rungs­be­zirk Mari­en­wer­der wur­de zum 1. April 1818 der alte Kreis Kulm deut­lich ver­klei­nert. Das süd­li­che Kreis­ge­biet kam zum neu­en Kreis Thorn und im Nor­den wur­de der neue Kreis Grau­denz gebil­det. Der Kreis Kulm umfass­te nun die Städ­te Kulm und Brie­sen, die Ämter Kulm, Lip­pin­ken, Przyd­wor­sz und Unys­law sowie 138 adli­ge Güter. Sitz des Land­rats­am­tes war die Stadt Kulm (Wikipedia-​​Eintrag „Chełm­no“).

Der Kreis grenz­te im Wes­ten an den Kreis Brom­berg (Pro­vinz Posen), im Nor­den an den Kreis Schwetz, im Osten an die Krei­se Grau­denz und Stras­burg bzw. – ab 1887 – Brie­sen sowie im Süden an den Kreis Thorn.

Karte des Culmschen Kreises (um 1837)
Wie­der­ga­be mit freund­li­cher Geneh­mi­gung der Staats­bi­blio­thek zu Ber­lin – Preu­ßi­scher Kulturbesitz

Durch das ste­ti­ge Anwach­sen der Bevöl­ke­rung im 19. Jahr­hun­dert erwie­sen sich meh­re­re Krei­se in West­preu­ßen als zu umfang­reich. Vor die­sem Hin­ter­grund gab der Kreis Kulm am 1. Okto­ber 1887 einen Teil sei­nes Gebiets an den neu­en Kreis Brie­sen ab.

Am 19. Okto­ber 1888 kam es zu einem Gebiets­tausch zwi­schen den Guts­be­zir­ken Zajons­ko­wo im Kreis Thorn und Wenz­lau im Kreis Kulm.

Eine dif­fe­ren­zier­te Über­sicht über die Städ­te, Land­ge­mein­den und Guts­be­zir­ke des Krei­ses bie­tet der Aus­zug aus dem „Gemein­de­le­xi­kon für die Pro­vinz West­preu­ßen. Auf Grund der Mate­ria­li­en der Volks­zäh­lung vom 2. Dezem­ber 1895 und ande­rer amt­li­cher Quel­len“, Ber­lin 1898, S. 46–55: Der Kreis Kulm

[Fächer-​​Öffnung mit Kar­te; dar­un­ter Wie­der­ga­be mit freund­li­cher Geneh­mi­gung der Staats­bi­blio­thek zu Ber­lin – Preu­ßi­scher Kul­tur­be­sitz]

Karte des Kreises Kulm, 1913
Wie­der­ga­be mit freund­li­cher Geneh­mi­gung der Staats­bi­blio­thek zu Ber­lin – Preu­ßi­scher Kulturbesitz

Auf­grund der Bestim­mun­gen des Ver­sail­ler Ver­trags muss­te das Kreis­ge­biet am 10. Janu­ar 1920 zum Zweck der Ein­rich­tung des Pol­ni­schen Kor­ri­dors an Polen abge­tre­ten wer­den. Polen führ­te für Kulm die Orts­be­zeich­nung „Chełm­no“ ein. Der Kreis, der eini­ge Gemein­den an sei­ner süd­li­chen Gren­ze gegen die rechts der Weich­sel gele­ge­nen Gemein­den des Krei­ses Schwetz ein­tausch­te, bestand als „Powi­at Cheł­miń­ski“ fort.


Nach dem Beginn des Zwei­ten Welt­krie­ges und der Beset­zung Polens wur­de der Land­kreis Chełm­no unter sei­nem frü­he­ren deut­schen Namen dem neu ein­ge­rich­te­ten „Regie­rungs­be­zirk Brom­berg“ ein­ge­glie­dert, der sei­ner­seits dem am 26. Okto­ber 1939 ein­ge­rich­te­ten „Reichs­gau Dan­zig“ ange­hör­te. Der „Reichs­gau“ erhielt kurz danach, am 2. Novem­ber, sei­nen end­gül­ti­gen Namen: „Reichs­gau Danzig-​​Westpreußen“ (Ein­trag zum „Reichs­gau“ im OME-​​Lexikon). Auch der Kreis Kulm wur­de zum 26. Novem­ber 1939 als Reichs­ge­biet dekla­riert; und die Stadt Kulm – ab 21. dem Mai 1941 „Kulm (Weich­sel)“ – wur­de der im Alt­reich gül­ti­gen Deut­schen Gemein­de­ord­nung vom 30. Janu­ar 1935 unter­stellt, die die Durch­set­zung des Füh­rer­prin­zips auf Gemein­de­ebe­ne vor­sah. Die übri­gen Gemein­den waren in Amts­be­zir­ken zusam­men­ge­fasst. Guts­be­zir­ke gab es nicht mehr.

Gegen Ende des Zwei­ten Welt­kriegs wur­de der Kreis Kulm im Früh­jahr 1945 von der Roten Armee besetzt und wie­der Teil Polens. Soweit die deut­schen Ein­woh­ner nicht geflo­hen waren, wur­den sie in der Fol­ge­zeit aller­meist aus dem Kreis­ge­biet vertrieben. 

Die ver­wal­tungs­ge­schicht­li­chen Ver­än­de­run­gen, die den Kreis Kulm in den ver­schie­de­nen his­to­ri­schen Ent­wick­lungs­pha­sen ab 1815 betrof­fen haben, kön­nen im Gesamt­zu­sam­men­hang mit der unte­ren Weichsel-​​Region nach­voll­zo­gen wer­den auf der von Walt­her Hubatsch ent­wor­fe­nen Kar­te „Ver­wal­tungs­ein­tei­lung von Ost- und West­preu­ßen. 1815–1945“ aus dem Jah­re 1975.

Verwaltungseinteilung von Ost- und Westpreußen. 1815–1945
Wie­der­ga­be mit freund­li­cher Geneh­mi­gung des Herder-​​Instituts Marburg

Kreis Löbau (Reg.-Bezirk Marienwerder)

Das Gebiet des Krei­ses Löbau kam durch die ers­te Tei­lung Polens 1772 zu Preu­ßen und gehör­te bis 1818 zum Kreis Michel­au, den ein Aus­schnitt aus Max Töp­pens Geschichts­kar­te von 1858 zeigt und der noch die Gebie­te der bei­den nach­ma­li­gen Krei­se Löbau und Stra­burg umfasste.

In der Napo­leo­ni­schen Zeit ab 1807 dem Her­zog­tum War­schau zuge­ord­net, erhielt Preu­ßen den Kreis 1815, im Zuge des Wie­ner Kon­gres­ses, wie­der zurück. Durch die preu­ßi­sche Provinzialbehörden-​​Verordnung vom 30. April 1815 und ihre Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen kam das Gebiet zum Regie­rungs­be­zirk Mari­en­wer­der der Pro­vinz West­preu­ßen. Im Rah­men einer umfas­sen­den Kreis­re­form wur­de der Kreis Michel­au zum 1. April 1818 in die Krei­se Löbau und Stras­burg geteilt. Der Kreis Löbau umfass­te die Städ­te Löbau, Kau­er­nik und Neu­mark, die Domä­nen­äm­ter Brat­ti­an, Löbau und Lon­kor­rek sowie 65 adli­ge Güter. Das Land­rats­amt befand sich nicht in Löbau (Wikipedia-​​Eintrag „Lub­awa“), son­dern in der Stadt Neu­mark (Wikipedia-​​Eintrag „Nowe Mia­so Lubawskie“).

Der Kreis Löbau grenz­te im Wes­ten an den Kreis Grau­denz, im Nor­den an den Kreis Rosen­berg, im Osten an die Pro­vinz Ost­preu­ßen und im Süden an den Kreis Strasburg.

Karte des Löbauschen Kreises (um 1830)
Wie­der­ga­be mit freund­li­cher Geneh­mi­gung der Staats­bi­blio­thek zu Ber­lin – Preu­ßi­scher Kulturbesitz

Am 30. August bzw. 7. Sep­tem­ber 1892 wur­de der forst­fis­ka­li­sche Anteil am Schwar­zen­au­er See, ein­schließ­lich der inner­halb des­sel­ben lie­gen­den bei­den Inseln, vom Guts­be­zirk der Ober­förs­te­rei Lon­kor­sz im Kreis Löbau abge­trennt und mit dem Guts­be­zirk Trau­pel im Kreis Rosen­berg vereinigt.

Eine dif­fe­ren­zier­te Über­sicht über die Städ­te, Land­ge­mein­den und Guts­be­zir­ke des Krei­ses bie­tet der Aus­zug aus dem „Gemein­de­le­xi­kon für die Pro­vinz West­preu­ßen. Auf Grund der Mate­ria­li­en der Volks­zäh­lung vom 2. Dezem­ber 1895 und ande­rer amt­li­cher Quel­len“, Ber­lin 1898, S. 46–55: Der Kreis Löbau

Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
Wie­der­ga­be mit freund­li­cher Geneh­mi­gung der Staats­bi­blio­thek zu Ber­lin – Preu­ßi­scher Kulturbesitz

Auf­grund der Bestim­mun­gen des Ver­sail­ler Ver­trags muss­te das Kreis­ge­biet am 10. Janu­ar 1920 zum Zweck der Ein­rich­tung des Pol­ni­schen Kor­ri­dors an Polen abge­tre­ten wer­den. In Polen gab das Kreis­ge­biet die Gemein­de Szi­chen an den Kreis Stras­burg ab, wur­de um die Gemein­den Bole­schin vom Kreis Stras­burg und Klein Nap­pern vom Kreis Ostero­de erwei­tert und bestand als „Powi­at lub­aw­ski“ fort.


Nach dem Beginn des Zwei­ten Welt­krie­ges und der Beset­zung Polens wur­de der Land­kreis Lub­awa unter sei­nem frü­he­ren deut­schen Namen dem Regie­rungs­be­zirk Mari­en­wer­der ein­ge­glie­dert, der sei­ner­seits dem am 26. Okto­ber 1939 ein­ge­rich­te­ten „Reichs­gau Dan­zig“ ange­hör­te. Der „Reichs­gau“ erhielt kurz danach, am 2. Novem­ber, sei­nen end­gül­ti­gen Namen: „Reichs­gau Danzig-​​Westpreußen“ (Ein­trag zum „Reichs­gau“ im OME-​​Lexikon). Der Land­kreis Löbau wur­de dem Regie­rungs­be­zirk Mari­en­wer­der zuge­ord­net. Die Städ­te Löbau (Westpr.) und Neu­mark (Westpr.) wur­den der im Alt­reich gül­ti­gen Deut­schen Gemein­de­ord­nung vom 30. Janu­ar 1935 unter­stellt, die die Durch­set­zung des Füh­rer­prin­zips auf Gemein­de­ebe­ne vor­sah. Die übri­gen Gemein­den waren in Amts­be­zir­ken zusam­men­ge­fasst. Guts­be­zir­ke gab es nicht mehr.

Am 25. Janu­ar 1940 wur­de der Land­kreis – dem Ver­wal­tungs­sitz ent­spre­chend – in „Kreis Neu­mark“ umbe­nannt. Seit dem 25. Juni 1942 schließ­lich trug der Land­kreis den Namen „Neu­mark (Westpr.)“.

Gegen Ende des Zwei­ten Welt­kriegs wur­de der Kreis Neu­mark im Früh­jahr 1945 von der Roten Armee besetzt und wie­der Teil Polens. Soweit die deut­schen Ein­woh­ner nicht geflo­hen waren, wur­den sie in der Fol­ge­zeit aller­meist aus dem Kreis­ge­biet vertrieben.

Die ver­wal­tungs­ge­schicht­li­chen Ver­än­de­run­gen, die den Kreis Löbau in den ver­schie­de­nen his­to­ri­schen Ent­wick­lungs­pha­sen ab 1815 betrof­fen haben, kön­nen im Gesamt­zu­sam­men­hang mit der unte­ren Weichsel-​​Region nach­voll­zo­gen wer­den auf der von Walt­her Hubatsch ent­wor­fe­nen Kar­te „Ver­wal­tungs­ein­tei­lung von Ost- und West­preu­ßen. 1815–1945“ aus dem Jah­re 1975.

Verwaltungseinteilung von Ost- und Westpreußen. 1815–1945
Wie­der­ga­be mit freund­li­cher Geneh­mi­gung des Herder-​​Instituts Marburg

Der Kreis Berent (Reg.-Bezirk Danzig)

Bei der Bil­dung der Pro­vinz, die ab 1773 „West­preu­ßen“ hieß, gehör­te das Kreis­ge­biet zunächst zum Kreis Star­gard (Tableau der Kar­te von Preu­ßen). Durch die preu­ßi­sche Provinzialbehörden-​​Verordnung vom 30. April 1815 und ihre Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen kam das Gebiet zum Regie­rungs­be­zirk Dan­zig der Pro­vinz West­preu­ßen. Im Rah­men einer umfas­sen­den Kreis­re­form wur­de zum 1. April 1818 aus Tei­len des alten Krei­ses Star­gard der neue Kreis Berent gebil­det. Er umfass­te die Städ­te Berent und Schöneck, das Inten­dan­tur­amt Berent, das Domä­nenamt Schöneck sowie eine grö­ße­re Zahl adli­ger Güter. Das Land­rats­amt befand sich in Berent (Wikipedia-​​Eintrag „Kościer­zy­na“).

Der Kreis grenz­te im Wes­ten an den pom­mer­schen Kreis Bütow, im Nor­den an den Kreis Kart­haus und den Land­kreis Dan­zig, im Osten an den Kreis Preu­ßisch Star­gard und im Süden an den Kreis Konitz.

Karte des Behrendter Kreises (Mitte des 19. Jahrhunderts)
Wie­der­ga­be mit freund­li­cher Geneh­mi­gung der Staats­bi­blio­thek zu Ber­lin – Preu­ßi­scher Kulturbesitz

Eine dif­fe­ren­zier­te Über­sicht über die Städ­te, Land­ge­mein­den und Guts­be­zir­ke des Krei­ses bie­tet der Aus­zug aus dem „Gemein­de­le­xi­kon für die Pro­vinz West­preu­ßen. Auf Grund der Mate­ria­li­en der Volks­zäh­lung vom 2. Dezem­ber 1895 und ande­rer amt­li­cher Quel­len“, Ber­lin 1898, S. 34–45: Der Kreis Berent 

Wie­der­ga­be mit freund­li­cher Geneh­mi­gung der Staats­bi­blio­thek zu Ber­lin – Preu­ßi­scher Kulturbesitz

Auf­grund der Bestim­mun­gen des Ver­sail­ler Ver­trags muss­te der Kreis Berent am 10. Janu­ar 1920 vom Deut­schen Reich abge­tre­ten wer­den. Der größ­te Teil des Krei­ses fiel an Polen und bestand als „Powi­at Kościer­ski“ wei­ter. Meh­re­re Gemein­den im Nord­os­ten des Krei­ses fie­len an die Freie Stadt Dan­zig und wur­den dort dem Kreis Dan­zi­ger Höhe zugeordnet.


Nach dem Beginn des Zwei­ten Welt­krie­ges und der Beset­zung Polens wur­de der Land­kreis Kościer­zy­na unter sei­nem frü­he­ren deut­schen Namen dem „Regie­rungs­be­zirks Dan­zig“ ein­ge­glie­dert, der sei­ner­seits dem am 26. Okto­ber 1939 ein­ge­rich­te­ten „Reichs­gau Dan­zig“ ange­hör­te. Der „Reichs­gau“ erhielt kurz danach, am 2. Novem­ber, sei­nen end­gül­ti­gen Namen: „Reichs­gau Danzig-​​Westpreußen“ (Ein­trag zum „Reichs­gau“ im OME-​​Lexikon). Auch der Kreis Berent wur­de zum 26. Novem­ber 1939 als Reichs­ge­biet dekla­riert; und die Städ­te Berent (Westpr.) und Schöneck (Westpr.) wur­den der im Alt­reich gül­ti­gen Deut­schen Gemein­de­ord­nung vom 30. Janu­ar 1935 unter­stellt, die die Durch­set­zung des Füh­rer­prin­zips auf Gemein­de­ebe­ne vor­sah. Die übri­gen Gemein­den waren in Amts­be­zir­ken zusam­men­ge­fasst. Guts­be­zir­ke gab es nicht mehr.

Zum 1. Dezem­ber 1939 wur­den 11 Ort­schaf­ten aus dem nörd­li­chen Teil des Land­krei­ses Berent dem neu­en Land­kreis Dan­zig ange­schlos­sen. Durch Ver­ord­nung vom 28. Sep­tem­ber 1940 wur­de die­ser Gebiet­strei­fen aus dem Kreis Berent rück­wir­kend zum 1. Dezem­ber 1939 wie­der dem Land­kreis Berent zugeordnet. 

Seit dem 21. Mai 1941 trug der Land­kreis den Namen „Berent (Westpr.)“.

Gegen Ende des Zwei­ten Welt­kriegs wur­de das Kreis­ge­biet im Früh­jahr 1945 von der Roten Armee besetzt und wie­der Teil Polens. Soweit die deut­schen Ein­woh­ner nicht geflo­hen waren, wur­den sie in der Fol­ge­zeit aus dem Kreis­ge­biet vertrieben. 

Die ver­wal­tungs­ge­schicht­li­chen Ver­än­de­run­gen, die den Kreis Berent in den ver­schie­de­nen his­to­ri­schen Ent­wick­lungs­pha­sen ab 1815 betrof­fen haben, kön­nen im Gesamt­zu­sam­men­hang mit der unte­ren Weichsel-​​Region nach­voll­zo­gen wer­den auf der von Walt­her Hubatsch ent­wor­fe­nen Kar­te „Ver­wal­tungs­ein­tei­lung von Ost- und West­preu­ßen. 1815–1945“ aus dem Jah­re 1975.

Verwaltungseinteilung von Ost- und Westpreußen. 1815–1945
Wie­der­ga­be mit freund­li­cher Geneh­mi­gung des Herder-​​Instituts Marburg

Kreis Briesen (Reg.-Bezirk
Marienwerder)

Durch das kon­ti­nu­ier­li­che Anwach­sen der Bevöl­ke­rung im 19. Jahr­hun­dert erwie­sen sich die Flä­chen der west­preu­ßi­schen Krei­se des Öfte­ren als zu aus­ge­dehnt. Vor die­sem Hin­ter­grund wur­de am 1. Okto­ber 1887 aus Tei­len der Krei­se Grau­denz, Kulm, Stras­burg und Thorn der neue Kreis Brie­sen gebil­det. Er umfass­te die Städ­te Brie­sen und Gollub. Das Land­rats­amt befand sich in der Stadt Brie­sen (Wikipedia-​​Eintrag „Wąbrzeź­no“).

Der Kreis grenz­te im Wes­ten an die Krei­se Kulm und Thorn, im Nor­den an den Kreis Grau­denz, im Osten an den Kreis Stras­burg und – als Grenz­kreis – im Süden an das zu Russ­land gehö­ren­de Kongresspolen.

Am 18. Okto­ber 1891 wur­de ein Gebiets­teil des Forst­guts­be­zirks Gollub im Kreis Stras­burg in den Gemein­de­be­zirk Lob­do­wo im Kreis Brie­sen eingegliedert.

Eine dif­fe­ren­zier­te Über­sicht über die Städ­te, Land­ge­mein­den und Guts­be­zir­ke des Krei­ses bie­tet der Aus­zug aus dem „Gemein­de­le­xi­kon für die Pro­vinz West­preu­ßen. Auf Grund der Mate­ria­li­en der Volks­zäh­lung vom 2. Dezem­ber 1895 und ande­rer amt­li­cher Quel­len“, Ber­lin 1898, S. 102–109: Der Kreis Briesen 

Am 16. Dezem­ber 1896 wur­de ein Gebiets­teil des Guts­be­zirks Rich­nau im Kreis Brie­sen mit dem Guts­be­zirk Gro­no­wo im Kreis Thorn vereinigt.

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Wie­der­ga­be mit freund­li­cher Geneh­mi­gung der Staats­bi­blio­thek zu Ber­lin – Preu­ßi­scher Kulturbesitz

Auf­grund der Bestim­mun­gen des Ver­sail­ler Ver­trags muss­te das Kreis­ge­biet am 10. Janu­ar 1920 an Polen abge­tre­ten wer­den. Der Kreis, der dabei die Gemein­den Ham­mer, Kament­dorf und Gohlau an den Kreis Stras­burg (Brod­ni­ca) abgab, bestand als „Powi­at Wąbrze­ski“ wei­ter­hin fort.


Nach dem Beginn des Zwei­ten Welt­krie­ges und der Beset­zung Polens wur­de der Land­kreis Wąbrzeź­no unter sei­nem frü­he­ren deut­schen Namen dem Regie­rungs­be­zirk Mari­en­wer­der ein­ge­glie­dert, der sei­ner­seits dem am 26. Okto­ber 1939 ein­ge­rich­te­ten „Reichs­gau Dan­zig“ ange­hör­te. Der „Reichs­gau“ erhielt kurz danach, am 2. Novem­ber, sei­nen end­gül­ti­gen Namen: „Reichs­gau Danzig-​​Westpreußen“ (Ein­trag zum „Reichs­gau“ im OME-​​Lexikon). Auch der Kreis Brie­sen wur­de zum 26. Novem­ber 1939 als Reichs­ge­biet dekla­riert; und die Städ­te Brie­sen, Gollub und Schön­see wur­den der im Alt­reich gül­ti­gen Deut­schen Gemein­de­ord­nung vom 30. Janu­ar 1935 unter­stellt, die die Durch­set­zung des Füh­rer­prin­zips auf Gemein­de­ebe­ne vor­sah. Der Bür­ger­meis­ter der Stadt Gollub ver­wal­te­te zudem den Amts­be­zirk Dobrzyn des benach­bar­ten Land­krei­ses Rip­pin mit: Die Stadt Dobrzyn liegt Gollub am ande­ren – bis zum Ende des Ers­ten Welt­krie­ges zu Russ­land gehö­ren­den – Ufer der Dre­wenz unmit­tel­bar gegen­über (und bei­de Tei­le sind inzwi­schen längst zur Stadt Golub-​​Dobrzyń zusam­men­ge­wach­sen). Die übri­gen Gemein­den waren in Amts­be­zir­ken zusam­men­ge­fasst. Guts­be­zir­ke gab es nicht mehr.

Gegen Ende des Zwei­ten Welt­kriegs wur­de der Kreis Brie­sen im Früh­jahr 1945 von der Roten Armee besetzt und wie­der Teil Polens. Soweit die deut­schen Ein­woh­ner nicht geflo­hen waren, wur­den sie in der Fol­ge­zeit aller­meist aus dem Kreis­ge­biet vertrieben. 

Die ver­wal­tungs­ge­schicht­li­chen Ver­än­de­run­gen, die den Kreis Brie­sen in den ver­schie­de­nen his­to­ri­schen Ent­wick­lungs­pha­sen ab 1887 betrof­fen haben, kön­nen im Gesamt­zu­sam­men­hang mit der unte­ren Weichsel-​​Region nach­voll­zo­gen wer­den auf der von Walt­her Hubatsch ent­wor­fe­nen Kar­te „Ver­wal­tungs­ein­tei­lung von Ost- und West­preu­ßen. 1815–1945“ aus dem Jah­re 1975.

Verwaltungseinteilung von Ost- und Westpreußen. 1815–1945
Wie­der­ga­be mit freund­li­cher Geneh­mi­gung des Herder-​​Instituts Marburg

Kreis Neustadt (Reg.-Bezirk Danzig)

Nach der Ein­rich­tung der Pro­vinz West­preu­ßen gehör­te des Gebiet des spä­te­ren Krei­ses Neu­stadt zunächst zum Kreis Dir­schau. Durch die preu­ßi­sche Provinzialbehörden-​​Verordnung vom 30. April 1815 und ihre Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen kam das Gebiet zum Regie­rungs­be­zirk Dan­zig der Pro­vinz West­preu­ßen; und im Rah­men einer umfas­sen­den Kreis­re­form wur­de zum 1. April 1818 aus dem (ober­halb von Mir­chau gele­ge­nen) Nord­teil des Krei­ses Dir­schau der neue Kreis Neu­stadt gebil­det. Er umfass­te die Städ­te Neu­stadt, Hela und Put­zig, die Domä­nen­äm­ter Brück, Put­zig und Star­zyn, die Halb­in­sel Hela sowie eine grö­ße­re Zahl adli­ger Güter. – Das Land­rats­amt wur­de in Neu­stadt ein­ge­rich­tet (Wikipedia-​​Eintrag „Wejhe­ro­wo“).

Der Kreis grenz­te im Wes­ten an Pom­mern, im Nor­den an die Ost­see, im Osten an die Dan­zi­ger Bucht bzw. die Put­zi­ger Wiek und im Süden an den Kreis Danzig-​​Land bzw. – ab 1887 – Dan­zi­ger Höhe sowie an den Kreis Karthaus.

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Durch das kon­ti­nu­ier­li­che Anwach­sen der Bevöl­ke­rung im 19. Jahr­hun­dert erwie­sen sich eini­ge Krei­se in West­preu­ßen als zu groß; eine Ver­klei­ne­rung erschien erfor­der­lich. Am 1. April 1878 wur­de des­halb aus dem nörd­li­chen Teil des Kreis­ge­biets der neue Kreis Put­zig mit dem Land­rats­amt in der Stadt Put­zig gebildet.

Am 10. Sep­tem­ber 1889 wur­de ein Gebiets­teil des Guts­be­zirks Pel­zau im Kreis Neu­stadt mit dem Fort­guts­be­zirk Neu­stadt im Kreis Put­zig vereinigt.

Eine dif­fe­ren­zier­te Über­sicht über die Städ­te, Land­ge­mein­den und Guts­be­zir­ke des Krei­ses bie­tet der Aus­zug aus dem „Gemein­de­le­xi­kon für die Pro­vinz West­preu­ßen. Auf Grund der Mate­ria­li­en der Volks­zäh­lung vom 2. Dezem­ber 1895 und ande­rer amt­li­cher Quel­len“, Ber­lin 1898, S. 102–109: Der Kreis Neu­stadt [jeweils Dop­pel­sei­ten 54/​​55 bis 60/​​61. Auf bei­den mög­lichst den obe­ren bzw. den unte­ren Teil nicht aus­schnei­den, aber „ver­un­kla­ren“; eben­so die Fuß­no­ten, die sich noch auf Kart­haus (S. 54) oder schon auf Put­zig bezie­hen (S. 61).]

Am 23. Novem­ber 1897 wur­de ein Gebiets­teil des Fort­guts­be­zirk Oli­va im Kreis Dan­zi­ger Höhe mit dem Gemein­de­be­zirk Zop­pot im Kreis Neu­stadt i. Westpr. vereinigt.

Am 30. Mai 1900 wur­de ein Gebiets­tausch zwi­schen dem Forst­guts­be­zirk Neu­stadt im Kreis Put­zig und dem Gemein­de­be­zirk Worle im Kreis Neu­stadt vollzogen.

Die Land­ge­mein­de Zop­pot erhielt schließ­lich am 1. April 1902 das Stadtrecht.

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Nach dem Ers­ten Welt­krieg muss­te auf­grund der Bestim­mun­gen des Ver­sail­ler Ver­trags am 10. Janu­ar 1920 fast der gesam­te Kreis Neu­stadt vom Deut­schen Reich abge­tre­ten wer­den. Der größ­te Teil des Krei­ses fiel an Polen und bestand dort als „Powi­at Wejhe­row­ski“ wei­ter. Die Stadt Zop­pot und der Forst­guts­be­zirk Oli­va fie­len an die Freie Stadt Dan­zig. Ein Gebiets­strei­fen west­lich des Zar­nowit­zer Sees mit der Gemein­de Knie­wen­bruch sowie den Guts­be­zir­ken Burgsdorf, Fred­richs­ro­de, Kolk­au, Ocka­litz, Oppa­lin, Prüss­au, Rau­schen­dorf, Recken­dorf und Rie­ben­ver­blieb im Deut­schen Reich und kam zum Kreis Lau­en­burg in der Pro­vinz Pommern.

Polen gab der Stadt Neu­stadt die an den frü­he­ren Namen Wey­ers­frey ange­lehn­ten (und an den Stadt­grün­der Jakob von Wei­her erin­nern­den) Orts­be­zeich­nung „Wejhe­ro­wo“. Infol­ge von Abwan­de­rung schrumpf­te nach 1920 der deut­sche Bevöl­ke­rungs­an­teil im ehe­ma­li­gen Kreis­ge­biet beträchtlich.

Nach­dem der Powi­at Pucki (Kreis Put­zig) zum 31. Dezem­ber 1926 auf­ge­löst wor­den war, erhielt der frü­he­re Kreis Neu­stadt im nun neu gebil­de­ten „Powi­at Mor­ski“ wie­der sei­ne ursprüng­li­che Gestalt zurück. Die Kreis­ver­wal­tung hat­te ihren Sitz von 1927 bis März 1928 in Gdy­nia und wur­de dann wie­der in Wejhe­ro­wo angesiedelt.


Nach dem Beginn des Zwei­ten Welt­krie­ges und der Beset­zung Polens wur­de der Land­kreis Wejhe­ro­wo unter sei­nem frü­he­ren deut­schen Namen dem „Regie­rungs­be­zirks Dan­zig“ ein­ge­glie­dert, der sei­ner­seits dem am 26. Okto­ber 1939 ein­ge­rich­te­ten „Reichs­gau Dan­zig“ ange­hör­te. Der „Reichs­gau“ erhielt kurz danach, am 2. Novem­ber, sei­nen end­gül­ti­gen Namen: „Reichs­gau Danzig-​​Westpreußen“ (Ein­trag zum „Reichs­gau“ im OME-​​Lexikon). Auch der Kreis Neu­stadt wur­de zum 26. Novem­ber 1939 als Reichs­ge­biet dekla­riert; und die Städ­te Neu­stadt und Put­zig wur­den der im Alt­reich gül­ti­gen Deut­schen Gemein­de­ord­nung vom 30. Janu­ar 1935 unter­stellt, die die Durch­set­zung des Füh­rer­prin­zips auf Gemein­de­ebe­ne vor­sah. Die übri­gen Gemein­den waren in Amts­be­zir­ken zusam­men­ge­fasst. Guts­be­zir­ke gab es nicht mehr. Seit dem 25. Juni 1942 trug der Land­kreis den Namen „Land­kreis Neu­stadt (Westpr.)“.

Gegen Ende des Zwei­ten Welt­kriegs wur­de er im Früh­jahr 1945 von der Roten Armee besetzt und wie­der Teil Polens. Soweit die deut­schen Ein­woh­ner nicht geflo­hen waren, wur­den sie in der Fol­ge­zeit aller­meist aus dem Kreis­ge­biet vertrieben. 

Die ver­wal­tungs­ge­schicht­li­chen Ver­än­de­run­gen, die den Kreis Neu­stadt in den ver­schie­de­nen his­to­ri­schen Ent­wick­lungs­pha­sen seit 1818 betrof­fen haben, kön­nen im Gesamt­zu­sam­men­hang mit der unte­ren Weichsel-​​Region nach­voll­zo­gen wer­den auf der von Walt­her Hubatsch ent­wor­fe­nen Kar­te „Ver­wal­tungs­ein­tei­lung von Ost- und West­preu­ßen. 1815–1945“ aus dem Jah­re 1975.

Verwaltungseinteilung von Ost- und Westpreußen. 1815–1945
Wie­der­ga­be mit freund­li­cher Geneh­mi­gung des Herder-​​Instituts Marburg